Beantragen Sie Fördermittel für die QM-Beratung

Fördermittel Förderung KMU Mittelstand Lesedauer 6 Minuten
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Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die Richtlinien zur Förderung des Mittelstandes verlängert und Anforderungen an Nachweise verschärft. Nutzen Sie als KMU weiterhin die bereitstehenden Fördermittel. Von Januar 2021 bis Dezember 2022 können Sie als mittelständisches Unternehmen die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ in Anspruch nehmen.

Wofür gibt es Fördermittel?

Im Merkblatt zu Beratungsarten und Beratungsthemen („Informationen zum Thema“) listet das BAFA Arten und Themen auf, die gefördert werden. Darin ist die „Einführung oder Anpassung eines Qualitätsmanagementsystems im Unternehmen“ erwähnt, die zu den förderungsfähigen Themen gehören. Zum einen können Sie laut Merkblatt für Ihre erstmalige Einführung eines QM-Systems einen Förderantrag stellen. Zum anderen können Sie bei einer bestehenden Zertifizierung eine Förderung beantragen. Letzteres trifft zu, wenn Sie zum Beispiel für die Anpassung eines QM-Systems an Ihre Unternehmensentwicklung eine externe Beratung brauchen.

Das Förderprogramm besteht schon länger und hat auch in der zurückliegenden Förderzeit die Beratung von QM-Systemen unterstützt. In den vergangenen Jahren wurden folgende Projekte meiner Kunden gefördert:

– Das Unternehmen hat ein QM-System eingeführt.

– Durch personelle Veränderungen war das notwendige QM-Wissen nicht mehr im Unternehmen. Folglich konnte das Unternehmen Abweichungen aus Zertifizierungsaudits nur mit Hilfe von Beratung beheben.

– Die Unternehmensentwicklung hat eine größere Veränderung des QM-Systems notwendig gemacht.

– Die letzte Normenrevision der ISO 9001 führte bei mehreren Kunden zur aufwendigen Umstellung des QM-Systems. Das Wissen zu neuen Anforderungen wurde durch Beratung in das Unternehmen eingebracht.

Im Moment ist eine erneute Normenrevision noch nicht beschlossen. Im Laufe des Jahres 2021 wird der Beschluss fallen. Die Veröffentlichung der Revision erfolgt wahrscheinlich nach Ende des Förderprogramms.

Was wird nicht gefördert?

Nicht förderfähig sind Kosten für:

  • Zertifizierung durch eine Zertifizierungsgesellschaft
  • Seminare
  • Workshops

Es wird ausschließlich die Beratung als förderfähig anerkannt.

Wer wird gefördert?

Als mittelständisches Unternehmen (KMU) sind Sie berechtigt Fördermittel zu beantragen. Laut BAFA gelten Sie als KMU, wenn Sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • rechtlich selbstständig im gewerblichen Wirtschaftsbereich oder einem der Freien Berufe sind.
  • den Betrieb oder die Zweigniederlassung in Deutschland führen.
  • bis max. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen.
  • weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz haben oder eine Jahresbilanzsumme von nicht mehr als 43 Millionen Euro überschreiten.

Meine Kunden befinden sich in Deutschland und gehören zu den KMU. Sie stammen aus unterschiedlichen Branchen und führen unterschiedliche Rechtsformen. Die Unternehmensgrößen reichten von unter 10 Personen bis etwa 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Wie hoch ist die Fördersumme?

Das BAFA nennt unterschiedliche Kategorien der förderfähigen Unternehmen. Dazu gehören Jungunternehmen, Unternehmen in Schwierigkeiten und Bestandsunternehmen. Zu den letzteren zählen Sie ab dem dritten Jahr nach Gründung. Als weitere Kategorie ist die Fördersumme vom Bundesland abhängig. Das BAFA gibt unter „Förderhöhe“ eine Übersicht.

Zusammengefasst beträgt die mögliche Fördersumme:

  • Jungunternehmen (bis 2 Jahre auf dem Markt): zwischen 2.000 € und 3.200 €,
  • Bestandsunternehmen: zwischen 1.500 € und 2.400 €,
  • Unternehmen in Schwierigkeiten: 2.700 €.

Die Fördermittel sind ein Zuschuss und müssen nicht zurückgezahlt werden. Sie werden an das antragstellende Unternehmen ausgezahlt, nicht an das beratende Unternehmen. Die Überweisung erfolgt nach Abschluss der Beratung.

Die Fördersummen bei meinen Kunden waren unterschiedlich. Es werden nicht die vollständigen Beratungskosten bezuschusst. In der Regel trägt das Unternehmen einen größeren Anteil, der vom Beratungsaufwand abhängig ist.

Die Bestätigung der Förderung und die Auszahlung erfolgten innerhalb von ca. 14 Tagen. Voraussetzung für eine schnelle Bearbeitung ist eine sorgfältige Nachweisführung.

Was Sie für Fördermittel tun müssen

Hier möchte ich Ihnen den groben Ablauf darstellen. Den Antrag können nur Sie als Unternehmen stellen und nicht das beratende Unternehmen. Bitte klären Sie im Rahmen der ersten Beratungsgespräche, ob Sie einen Antrag stellen können und möchten. Stellen Sie dann zuerst den Antrag auf Fördermittel. Wenn Sie vom BAFA die Inaussichtstellung erhalten haben, können Sie das Beratungsprojekt beginnen. Der Start sollte nun zeitnah sein, da Sie ggf. innerhalb einer Frist von sechs Monaten die Nachweise vorweisen müssen.

1. Antrag stellen

Stellen Sie den Antrag online. Die Rückmeldungen meiner Kunden aus den letzten Jahren sind positiv. Die Antragstellung funktioniert online problemlos.

Im Online-Antrag nennen Sie den Namen der beratenden Person. Die beratende Person muss für das Förderprogramm registriert sein, sonst ist keine Förderung möglich. Das BAFA verweist in seinen Richtlinien für Beratungsunternehmen darauf, dass die beratende Person und nicht ein Consulting-Unternehmen genannt werden muss. Diese Regel ist nachvollziehbar, denn schließlich werden Sie als KMU von Personen beraten, deren Know-how für das Gelingen der Beratung notwendig ist.

Ich bin seit 2016 für das Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des BAFA registriert. Meine Unterlagen für die Registrierung habe ich im Januar 2021 aktualisiert.

Meine Kunden informiere ich in unserem ersten Gespräch über die Fördermöglichkeiten. Oftmals ist das Förderprogramm unbekannt. Mit anderen Worten: Meistens kann ich eine erste Einschätzung geben, ob ein Antrag sinnvoll ist.

Die Durchführung eines Projektes ist nach meiner Erfahrung nicht von Erfolg gekrönt, nur weil es gerade Fördermittel gibt. In meinen Berichten stelle ich ausschließlich die Realität dar und keine Darstellung, „damit es was gibt“.

2. Unverbindliche Inaussichtstellung der Fördermittel

Warten Sie bitte auf die Antwort des BAFA. Im positiven Fall erhalten Sie die „unverbindliche Inaussichtstellung“ für die Förderung, die nichts anderes als eine Zusage unter Vorbehalt ist. Bestandsunternehmen werden fünf Beratungstage zugestanden, Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten haben sechs Monate Zeit.

Sollten Ihre Antragsunterlagen in irgendeiner Weise unklar oder unvollständig sein, wird das BAFA Sie kontaktieren. Bitte besprechen Sie die unklaren Aspekte mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater.

Eine Inaussichtstellung erfolgt sein Januar 2021 nur noch, wenn Ihr Berater oder Ihre Beraterin registriert und von der BAFA freigeschaltet sind.

Meine Kunden berichteten von einer zügigen Antwort, nachdem sie den Antrag vollständig ausgefüllt haben.

Vermutlich geht es Ihnen ähnlich wie vielen meiner Kunden: Man stellt nicht oft solche Anträge. Sollte sich Klärungsbedarf ergeben, kann ich in der Regel helfen. Das BAFA informiert alle Beraterinnen und Berater über Änderungen und Richtlinien für Förderprogramme. Dennoch möchte ich betonen, dass ich Beraterin für QM-Systeme und nicht für Fördermittel bin.

3. Beratung kann beginnen

Von Beginn an ist eine Nachweisführung notwendig. Das ist Aufgabe Ihrer Beraterin oder Ihres Beraters. Es entsteht ein Beratungsbericht, zu dem Sie unter „Nachweise der Beratung“ mehr erfahren. Fördermittel können Sie natürlich nur für das angemeldete Beratungsprojekt beanspruchen. Das Projekt können Sie nicht im Laufe der Beratung umdefinieren oder beliebig erweitern.

4. Nachweise elektronisch einreichen

Zum Abschluss laden Sie die Nachweise über das Portal des BAFA hoch. Verwendungsnachweise müssen sechs Monate nach der Inaussichtstellung, spätestens bis zum 31.12.2022 eingereicht werden.

Im positiven Fall erhalten Sie nach Prüfung der Unterlagen die Zuwendung auf Ihr Geschäftskonto. Das BAFA nimmt zu Ihnen Kontakt auf, wenn noch etwas unklar ist oder fehlt.

Nachweise der Beratung

Am Ende sollen die Fördermittel zügig bei Ihnen sein. Sorgen Sie deshalb frühzeitig dafür, dass alles komplett ist.

1. Bericht mit Analyse und Maßnahmen

Die Beratung verfolgt ein Ziel. Von der Ausgangssituation bis zum Ziel setzen Sie mit der Beratung passende Maßnahmen um. Es gehört zur Pflicht des Beraters oder der Beraterin, die Ausgangssituation zu erfassen und im Bericht zu dokumentieren. Im Bericht folgt eine Analyse und vor allen Dingen müssen konkrete Maßnahmen ausgesprochen werden.

Am Ende der Beratung wurde das festgelegte Ziel verfolgt und im Idealfall erreicht. Als Nachweis dient entweder das angestrebte Zertifikat oder ein Kurzbericht der Beraterin über den Projektabschluss.

Die Nachweise sind vor dem Hochladen von Beraterin und Antragsteller zu unterschreiben.

Die Bestandsaufnahme kommt einem Delta-Audit gleich. Mein Bericht beschreibt nicht nur die Situation wie es im Rahmen von Audits üblich ist (Feststellungsbericht). Zusätzlich bespreche ich Lösungsmöglichkeiten mit Ihnen, so dass schon früh ein vollständiges Bild der Maßnahmen deutlich wird.

2. Rechnungen und Kontoauszug

Antragsteller gehen in Vorleistung und belegen dies mit Kontoauszügen. Reichen Sie die Rechnungen und Kontoauszüge elektronisch ein.

Ausdrucke von Online-Ansichten Ihres Bankkontos reichen dabei nicht aus. Das Wort „Kontoauszug“ muss verbindlich auf einem Auszug zu erkennen sein. Ist das nicht der Fall, benötigen Sie eine Bankbestätigung. Am einfachsten ist also ein klassischer Kontoauszug.

Beratung mit Hand und Fuß für Fördermittel

Das Förderprogramm ermöglicht dem Mittelstand eine professionelle Beratung. 2020 hat wohl auch das BAFA einige „kreative Anträge“ erhalten. Diese Anträge sollen jedoch sinnvoll sein.

Zum einen hat das BAFA die Voraussetzungen für die Zulassung von beratenden Personen verbessert. Nachweise zu den Personen müssen nun spätestens alle zwei Jahre aktualisiert werden. Zum anderen ist die Aufklärungspflicht von Beratern zum Projekt mit sorgfältigen Nachweisen zu belegen.

Neues Programm, neue Chance auf Zuschuss

Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit mit dem neuen Förderprogramm Beratung zu beanspruchen. Damit räumt Ihnen das BAFA eine neue Chance auf Fördermittel ein. Wenn Sie in den letzten beiden Jahren bereits Fördergelder erhalten haben, können Sie im neuen Programm wieder einen Antrag stellen. Unternehmen in Schwierigkeiten können im neuen Zeitraum zweimal geförderte Beratungen wahrnehmen.

Fragen zur Förderung

Das BAFA stellt auf seiner Internetseite sehr viele Informationen bereit. Bisher haben meine Kunden sich damit sehr gut zurechtgefunden. Vielleicht gibt es für Sie noch weitere Förderprogramme. Das BAFA ist telefonisch und per E-Mail erreichbar.

Bei Fragen zur Beratung kontaktieren Sie mich gerne.

(Beitragsfoto: Alexas Fotos @ pixabay.com)

Ein Kommentar

  • Hallo Frau Meurer,

    gute Zusammenfassung zum Förderprogramm der BAFA.

    Ich persönlich sage ja immer – nicht genutzte Fördermittel sind verschenktes Geld.

    Viele Grüße
    Michael Thode

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