Schwein gehabt – Personalpolitik im Qualitätsmanagement

(c) Jerzy Sawluk | pixelio.de


“Meine Sauen sind meine Mitarbeiterinnen. Wenn es ihnen nicht gut geht, kann ich mit ihnen kein Geld verdienen”, entgegnete eine Schweine-Bäuerin dem Radiomoderator im Interview auf seine Anmerkung, dass sich alles „so gut“ anhöre, wenn sie von ihrem Hof berichte. Mir hat die Aussage sehr gut gefallen, denn sie bringt es auf den Punkt: Wer sich nicht wohl fühlt, kann nicht produktiv arbeiten.

 

Personen in der ISO 9001:2015

Die ISO 9001:2015 formuliert keine Anforderung an Personalpolitik. Leider. Anforderungen bezogen auf das Personal gibt es jedoch einige. In meiner kurzen Präsentation habe ich sie zusammengefasst:

 

Wenn das Thema Personal zur Sprache kommt, wird im Rahmen des QM-Systems gerne sofort auf den Komplex „Schulung“ verwiesen. Von „Wohlfühlen“ ist dann weniger die Rede. Dabei ist das nur ein Stück der gesamten Torte. Ich habe schon viele Menschen kennengelernt, die sich primär daran stoßen, dass Personen im Kapitel Ressourcen erfasst und somit als solche bezeichnet werden. Die Abneigung gegen die Begrifflichkeit kann ich niemandem nehmen. Ich stelle auch fest: Die gleichen Menschen erleben, dass Personal als austauschbare Ressource gesehen wird. Dementsprechend nehmen sie an, dass auch das QM-System Personen als austauschbare Ressource sieht. Dem ist nicht so.

 

Wert im Qualitätsmanagement

Der Grundsatz des Qualitätsmanagements zu Personen sei auch hier noch einmal zitiert: „Kompetente, befugte und engagierte Personen auf allen Ebenen in der gesamten Organisation sind wesentlich, um die Fähigkeit der Organisation zu verbessern, Werte zu schaffen und zu erbringen.“ (ISO 9000:2015, Kap. 2.3.3.1)

Es ist egal, ob es ein Unternehmen der Produktion oder der Dienstleistung ist. In dieser Formulierung steckt das Wort „Werte“ bezogen auf den Mehrwert, den das Unternehmen schafft. Ganz klar ist auch gesagt, dass Menschen diesen Mehrwert erbringen. Daraus folgt, dass Personen ein wesentlicher Faktor in jedem Unternehmen sind. Denn wenn es die Personen nicht gäbe, gäbe es keinen Mehrwert, keine Wertschöpfung und somit weder Umsatz noch Gewinn. Es gäbe über kurz oder lang kein Unternehmen mehr.

Der Wohlfühlfaktor ist für eine gute Zusammenarbeit mit Sicherheit ein wesentlicher.

 

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