Blogparade: Tipps zum Umgang mit Lampenfieber

(c) S. Hofschlaeger | pixelio.de


Die LVQ hat mich eingeladen an der Blogparade #LampenFieberTipps teilzunehmen. Als Prüferin im Fachbereich Qualitätsmanagement (u.a. eben auch bei der LVQ in Mülheim) werde ich regelmäßig mit Prüfungsangst und Lampenfieber konfrontiert. Den Aufruf zur Blogparade möchte ich daher nutzen, Ihnen ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben.

Wer ist nervös?

Alle. Manchmal entschuldigen sich Prüflinge für ihre Nervosität, was ich für nicht nötig halte. Es ist vollkommen normal und menschlich, dass Sie in der Klausur oder mündlichen Prüfung Nerven zeigen. Mir zeigt es in erster Linie, dass Ihnen die Situation wichtig ist. Wem es egal ist, ob er besteht oder nicht, der hat allen Grund cool zu bleiben.

Ich verstehe die Frage nicht

Eigentlich haben Sie doch alles gelernt. Das Thema liegt Ihnen sogar, weil Sie beruflich schon damit zu tun haben. Sie glauben, deshalb müsse Ihnen nun alles leicht fallen. Und dann das: Sie lesen die Prüfungsfrage und verstehen sie nicht!

In der Klausur: Bremsen Sie sich nicht selbst aus. Eine Klausur besteht in der Regel aus vielen Fragen, die alle beantwortet werden müssen. Und da ist nun eine Frage, die Ihnen die Zeit raubt und Sie immer nervöser werden lässt. Mein Tipp: Lesen Sie die nächste Frage. Lassen Sie diese Frage für die nächste Leserunde.

Grundsätzlich empfehle ich alle Aufgaben zunächst einmal zu überfliegen, um einen Eindruck zu bekommen und sich die Zeit besser einteilen zu können. Die meisten fürchten, dadurch Zeit zu verlieren. Wenn Sie immer im gleichen Verhaltensmuster bleiben, das Sie schon immer nervös gemacht hat, wird sich an Ihrer Nervosität nichts ändern.

In der mündlichen Prüfung: Wenn Sie die Frage nicht verstehen, sagen Sie das doch einfach. Bei den meisten Prüfungen im Fortbildungsbereich geht es nicht um Noten, sondern darum zu bestehen. Sie brauchen nicht zu befürchten, schlecht dazustehen, weil Sie einen holprigen Anfang hinlegen. Auf das Gesamtergebnis kommt es an.

Mein Tipp: Lesen Sie die Aufgabenstellung laut vor. Meine Kollegen und ich hören dann schon heraus, ob Sie die Frage verstanden haben. Zu Beginn klären wir dann erst einmal die Situation. Die Aufgabe müssen Sie dann immer noch lösen.

Mit Beispielen arbeiten

Prüfungen sind in der Regel sehr theoretisch. Manchen liegt die Theorie und es fällt ihnen leicht, theoretisch-abstrakt zu antworten. Andere sind eher die Praktiker. Sie können die Theorie nachvollziehen, weil sie es in der praktischen Arbeit wiederfinden. Aber den Faden für eine Antwort aufzunehmen fällt dann schwer.

In der mündlichen Prüfung hilft da oft eine Frage von uns: Was machen Sie eigentlich beruflich? Aus welcher Branche kommen Sie? Schon finden wir einen Faden, der mit Ihrer Berufspraxis zu tun hat und die Antwort fließt ohne zu stocken.

Mein Tipp: Lernen Sie frühzeitig während der Vorbereitung, Ihre eigenen Beispiele zu finden. Bleiben Sie bei dem, was Sie wirklich können.

Immer diese Zusatzfragen…

Sogenannte Anschlussfragen gehören zu jeder mündlichen Prüfung. Wir stellen diese Frage nicht, um die Lücke zu finden, damit Sie durchfallen. Sie gehören einfach dazu. In den Prüfungen zum Qualitätsmanager und -auditor müssen Sie zwei Fragen ziehen und beantworten, die den Ausgangspunkt darstellen. Je mehr Sie von sich aus erklären können, desto besser.

Prüfer stellen weniger Fragen, wenn Sie zusammenhängend erklären (und das auch noch möglichst richtig). Mein Lieblingssatz im Unterricht zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung lautet: Kotzen Sie die Antwort nicht auf den Tisch. Wir wollen keine undefinierbaren Brocken.

Im Unterricht funktioniert das super: Der Dozent fragt etwas, Sie geben ein Satzfragment zum besten, ein Kollege spinnt den Faden weiter und schon ist das Thema geklärt. In der mündlichen Prüfung funktioniert das nicht. Geben Sie Ihre Antworten in ganzen Sätzen und stellen Sie Zusammenhänge dar.

Ob ich so leicht zufrieden zu stellen bin? Ich fürchte, nein. Sie müssen schon was gelernt haben und zeigen, was Sie können. Schöne Sätze formulieren können, reicht da auch nicht ;-).

Viel Erfolg bei der nächsten Prüfung!

 

(Foto (c) S. Hofschlaeger | pixelio.de)

2 Kommentare

  • Danke für diesen aufschlussreichen Artikel. Ich bin immer sehr nervös, wenn ich vor meinen Lehrern sprechen muss. Manchmal versagt mir da sogar die Stimme. Ich denke ich muss einfach lockerer an alles heran gehen…

  • Viktoria Maisner

    Danke für den hilfreichen Tipp. Als Mitarbeiter im Qualitätsmanagement muss man häufig mit dem Thema Lampenfieber umgehen. Man muss viele Dinge erlernen.
    [Werbelink gelöscht]

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